Jenbacher 312, 526 kW, Biogas

11 Biogasanlagen betreibt die Clausberg GmbH in der Region Vogelsberg und setzt dabei konsequent auf Jenbacher Gasmotoren. Genauso wichtig wie der Strom aus Biogas ist die dabei entstehende Wärme und die Vermarktung derselben.

Die Motivation für die Umsetzung der mittlerweile 11 Biogasanlagen war das EEG 2004. Damals ging eine Aufbruchstimmung durch Deutschland. Wir wollten schon immer dezentrale Energie erzeugen und mit dem EEG 2004 konnten wir dies dann mit Biogas und Kraft-Wärme-Kopplung umsetzen. Dabei lag der Fokus von Anfang an nicht nur auf dem Strom, die Wärme war uns genauso wichtig“, erinnert sich Bergmann.  „Von 2006 bis 2007 haben wir 10 der Anlagen mit Biogas Weser Ems geplant und gebaut. Jede Anlage hat einen Fermenter mit 2500 Kubikmeter Volumen, einen Nachgärer mit 5000 Kubikmeter und ein ebenfalls beheiztes und überdachtes Gärrestendlager. Für jede Biogasanlage wurde gleich ein Wärmenetz mitgeplant und dann kontinuierlich ausgebaut. Alle Anlagen wurden nach dem Trockenfermentationsprinzip gebaut, auf jeder Anlage steht ein Jenbacher 312 Motor mit jeweils 625 KW elektrisch. Allein für die Wärmenetze wurden über die Jahre über 6 Millionen Euro investiert. So speisen wir heute über 53.000 MWh ins Netz und verkaufen immerhin noch 35.000 MWh Wärme aus Biogas an über 600 Wärmekunden mit über 1000 Wohneinheiten, 4 Schulen und 5 Kindergärten,“ rechnet der Landwirt.

Bergmanns prominentester Kunde ist das Mercedes Benz Motorenwerk in Kölleda. Extra für diesen Kunden wurde ein großer Jenbacher 616 Motor in unmittelbarer Nähe zur Wärmeversorgung aufgebaut. Sollte der Motor ausfallen, versorgt ein 5 Megawatt Biomasseheizkraftwerk die Motorenproduktion mit der notwendigen Wärme.
„Sämtliche Biogasanlagen werden mit Feldfrüchten aus dem eigenen landwirtschaftlichen Anbau versorgt, somit sind alle Anlagen unabhängig von Preisschwankungen“. Dabei setzt der Landwirt Bergmann auf einen gesunden Mix an Substraten.

„Im Schnitt über alle Anlagen verfüttern wir 60 % Mais, 10 % Ganzpflanzenroggensilage (GPS), 15 % Zuckerrübe und 15 % Stalldung.
Immer auf zusätzliche Einnahmen bedacht, setzte Innovator Bergmann schon als einer der Ersten auf die Flexibilisierung der Biogasmotoren. Seit 1.1.2012 nehmen alle Anlage an der Regelenergie (Sekundärregelleistung/Minutenregelleistung) und seit Beginn des Jahres sogar an der Primärregelleistung zur Stabilisierung des Netzes teil. Dabei fahren die Motoren auf einer Flatline von 390 bis 450 kW elektrisch und regeln bis zu 200 KW pro Motor so bei Bedarf ins Netz ein, dass die 50 Hertz Netzspannung gestützt wird.

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